Anneke Lucas ist eine bekannte Überlebende von extremem Machtmissbrauch und Kinderprostitution in europäischen Elite-Kreisen. Ihr Erfahrungs- und Zeugnisbericht hat international hohe Aufmerksamkeit erregt, da er seltene Einblicke in verdeckte Netzwerke von Ausbeutung und organisierter Gewalt bietet.
In ihren Veröffentlichungen beschreibt Anneke Lucas „Heidelberg“ als einen zentralen Ort der von ihr erlebten mentalen Konditionierung und Traumatisierung. An spezifischen Schauplätzen – darunter das Heidelberger Schloss, der Kräuterturm sowie abgelegene Villen – sollen ihren Ausführungen zufolge systematische Methoden zur Bewusstseinskontrolle (Mind Control) eingesetzt worden sein.
Neben älteren Befehlsgebern beschreibt sie den Einsatz jüngerer Aufseher (Handler), die durch einen gezielten Wechsel von Strenge und scheinbarer Zuwendung eine manipulative psychologische Bindung (Trauma-Bonding) zu den Opfern aufbauen sollten. Was sie über experimentelle Mind Control berichtet, setzt sich nach meiner persönlichen Erfahrung – und der vieler anderer – bis heute fort, allerdings mit weit fortgeschrittener Technologie.
In der Google-Digitalisierung des „Stammbuchs der Frankfurter Juden“ von Dr. Alexander Dietz liegt ein schwerwiegender Scanfehler vor. Abgesehen von schwer lesbaren Stellen springt das Digitalisat beispielsweise fehlerhaft von Seite 211 auf Seite 202 und zeigt anschließend Seiten an, die nicht zum entsprechenden Abschnitt passen. Die fehlenden Abschnitte betreffen die Familienartikel zu Oppenheimer. Die fehlenden Abschnitte zu den Familien Oppenheimer werden am Ende dieses Beitrags anhand des Originalbuchs von Dr. Alexander Dietz online zur Verfügung gestellt.
Oppenheim – Heidelberg
„Quellenangabe: Alexander Dietz„: Oppenheim-Heidelberg im schwarzen Bären, genannt „von Halle“ und später Oppenheimer-Trumm, Otten, Odrell und Oplin.
Stammeltern & Erste Generationen
- Löb (Juda) & Edel (ab 1531)
- Rolle / Funktion: Stammeltern der Familie Oppenheimer. Sie wanderten aus Heidelberg nach Frankfurt am Main ein und legten dort den Grundstein für die Familie. Beiname „Heidelburg“: Mehrere frühe Angehörige der Familie (wie der berühmte kaiserliche Oberhoffaktor Samuel Oppenheimer) trugen in alten Dokumenten und Namenszusätzen noch den Beinamen „Heidelburg“ oder „Heidelberg“, um auf ihre Pfälzer Wurzeln und Herkunft hinzuweisen. Die ersten Söhne (16. Jahrhundert):

Nach den Anfängen in Frankfurt am Main und Bonn verlegte Salomon Oppenheim jr. den Hauptsitz der Privatbank 1798 nach Köln. Über 200 Jahre lang war der traditionelle Stammsitz der Bank im Kölner Bankenviertel.
Familie Schnapper (Sehr enge Verwandtschaft)
Mit der Familie Schnapper gab es eine direkte und nachweisbare Verwandtschaft durch Einheirat im späten 18. Jahrhundert:
- Text S. 221:„Elkan Aron [Oppenheim], 1751—1839, heiratete 1784 Jitche Schnapper; seine Söhne waren Salomon Elkan 1831 und Aron Elkan 1831.“
Bedeutung: Jitche Schnapper heiratete in den Zweig C (Oppenheimer in der weißen Gans) ein. Ihre gemeinsamen Söhne Salomon Elkan und Aron Elkan Oppenheim gründeten später die Eisen- und Metallhandlung Gebrüder Oppenheim in der Frankfurter Fahrgasse.
Oppenheimer & Rothschilds
- Historisches Beispiel: Abraham Freiherr von Oppenheim (1804–1878) heiratete Charlotte Beyfus (1811–1887), die Tochter von Babette Rothschild und somit eine Enkelin von Mayer Amschel Rothschild.
Abschnitte zu den Familien „Oppenheimer“ anhand des Originalbuchs
von Dr. Alexander Dietz
— Seite 210 —
Außer diesen Familienmitgliedern gab es noch einen Abraham Ochs 1753, welcher drei Söhne hinterließ: Löb Abraham Ochs zum Stuhl † 1761, Marx Abraham Ochs zum vorderen und hinteren Stuhl † 1804 und Seligmann Abraham Ochs zu den drei Römern † 1799. Die im Folgenden aufgeführten Ochs’schen Seidenhandlungen sind sehr bedeutend gewesen. Häuser: 1) Ochs 1550–1670. 2) Engel neben dem Bär 1670–1799. 3) fröhlicher Mann 1700–1740. 4) Stuhl 1750–1804. 5) Silberne Kanne 1770–1889. 6) Goldenes Schaaf daneben 1770–1884. 7) Drei Römer gegen 1800. Firmen:
- Löb Ochs zum Engel, in gegerbten und rohen Häuten, 1672 bis ca. 1705.
- Samuel Ochs im Engel, später Samuel Ochs Sohn älterer in der silbernen Kanne, in Seidenwaren, seit 1796 in der Fahrgasse bei Bierbrauer Rosenbach, dann Schnurgasse K 104 (Nr. 71), errichtet etwa 1756, seit 7. Oktober 1836 Gebrüder (Ludwig und Samuel) Ochs, noch 1866.
- Marx Jakob Ochs zum goldenen Schaaf, in Seidenwaren, errichtet etwa 1767, später M(oses) M(arx) Ochs jüngerer in der Schnurgasse L 35 (Nr. 3) bei Herrn Hager, seit 1840 M. M. Ochs Söhne (Jakob, Abraham und Lazarus), noch heute in Mailand als Seidenfabrik.
- Abraham Ochs in der Fahrgasse H 40 (Nr. 79), in Seidenwaren, errichtet 1805 von Abraham Samuel Ochs, später Schnurgasse L 70 (Nr. 17), erloschen 1830.
- M(oses) I(saac) Ochs, Bornheimerstraße B 19, in französischen, Solinger, Nürnberger Krämerei- und kurzen Waren, gestrickten und gewebten Wollen- und Baumwollenwaren, eingetragen 19. Januar 1830, noch 1866.
- Marx Ochs, Seidenwarenhandlung en gros & en détail, 1841–1845.
- Odrell, ein Zweig der Familie Oppenheimer, welcher mit dem Advokaten Dr. jur. Leopold Odrell, Sohn des Bankiers Isaak Abraham Oppenheim und seiner Ehefrau Rahel geb. Cohen aus Hannover, um 1840 den Namen Odrell angenommen hat. Er starb 1884 und errichtete durch letztwillige Verfügung die große Dr. Leopold Odrell’sche Stipendienstiftung.
- Oplin, ein Zweig der Familie Oppenheimer, welcher in der Person des Lazarus Isaac Oppenheimer, Sohn des Isaac Abraham Oppenheimer-Trumm, am 28. Februar 1849 die Genehmigung zur Führung des Namens Ludwig Oplin erhalten hat. Firma: Ludwig Oplin, Rechneigrabenstraße 12, in Merceriewaren, noch 1866.
- Oppenheim I. In den 30 Jahren von 1367–1397 waren hier folgende Juden aus Oppenheim ansässig:
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- Brune, eine Wittwe, 1367.
- Salmann und Juda, 1371—1377, die Kinder des Salmann von Oppenheim.
- Gottschalk 1390—1392, vermutlich identisch mit Gottschalk von Kreuznach, und sein Sohn David 1393—1397.
- Oppenheim II., auch Oppenheimer, Otten, Odrell, Oplin und nach ihrer Herkunft Heidelberg genannt, eine alte, ausgebreitete und durch einzelne Mitglieder in ganz Europa bekannt gewordene jüdische Familie, welche im Jahr 1531 mit dem Ehepaar Löb (Juda) und Edel Oppenheim zum Hirsch aus der kurpfälzischen Residenzstadt Heidelberg, dem alten Stammsitz der Familie, hier eingewandert ist und nach der Judenvertreibung im Jahr 1614 zum Teil auch dort wieder gelebt hat. Gerade aus diesem Zweig, welcher Heidelberg genannt wurde, sind verschiedene große Finanzleute, wie der kaiserliche Oberhoffaktor Samuel Oppenheim zu Wien † 1703 und sein Sohn Emanuel, ferner Isaac Nathan Oppenheim in Wien auf dem Buttermarkt † 1739, der reiche und angesehene Rabbi David Oppenheim in Prag † 1736 und der württembergische geheime Finanzrat Joseph Süß Oppenheim † 1738 hervorgegangen.
Die Familie hat in der Judengasse stets als eine der vornehmsten gegolten und mehr Mitglieder wie irgend eine andere aufzuweisen gehabt. Die Zahl der von ihr erhaltenen Grabsteine auf dem alten Judenkirchhof beläuft sich nach Horovitz auf 218.
Die hiesigen Stammeltern Löb und Edel Oppenheim sind im Jahr 1531 im Haus zum Hirsch anstelle von Adel, der Wittwe des 1523 verstorbenen reichen Juden Simon von Weisenau, zu dessen Erben sie wahrscheinlich gehört haben, aufgenommen worden und haben 1556 nebenan im Haus zum Hirschhorn gewohnt. Sie hinterließen drei Söhne, Amschel zum Fisch † 1573, Joseph zum weißen Löwen † 1593 und Mosche Oppenheim zum Schwert † 1626 sehr alt. Die beiden Letzteren werden seit 1575 als Handelsgesellschafter genannt und bezahlten im Jahr 1590 die höchste Steuer. Wie uns berichtet wird, liehen dieselben nicht wie andere gemeine Juden auf Wucher aus, sondern trieben große Kaufmannschaft mit Seide, Schnüren, Floret und derartigen Waren. Ihr Kapital wurde auf 160 000 Gulden geschätzt, was jedoch zu hoch gegriffen sein wird. Ein Sohn des Joseph, welcher sich im Jahr 1606 „von dem jüdischen Gräuel zum christlichen Glauben“ bekehrte und unter dem Namen Johann Daniel Lichtenstein als Salzmesser bei der Stadt eine Anstellung fand, behauptete wenigstens, daß er als eines von sieben Geschwistern nicht mehr wie 5000 Gulden geerbt habe. Im Jahr 1623 kehrte er von einer Geschäftsreise zur Leipziger Messe nicht zurück und eine gegen seine nächsten Verwandten, namentlich gegen seinen Bruder Löb zum weißen Löwen und seinen alten Onkel Mosche zum Schwert eingeleitete Untersuchung bestätigte den Verdacht, daß diese sein längeres Herumgehen in Frankfurt als einen Schimpf für ihre Familie nicht länger ertragen konnten und ihn durch den Jakob von Günzburg von Leipzig über Posen und Lublin nach Chale geschafft hatten, woselbst er wieder Jude geworden war und eine dreimonatliche Büßerzeit durchgemacht hatte. Daß Lichtenstein viel unter der Feindschaft der hiesigen Juden zu leiden hatte, steht fest. Er ist der Vater des evan-
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gelischen Pfarrers Lichtenstein und Stammvater der bekannten Familie Franc von Lichten- stein. Verschiedene seiner Vettern, so Löw zum Schwert, Abraham und Süßkind Oppen- heim, wohnten zur Zeit dieser Untersuchung in Worms im Haus zur Kanne.
Die richtige Gruppierung der zahlreichen Familienmitglieder hat eine unendliche Mühe und Sorgfalt erfordert. Zur besseren Übersicht sei folgende kleine Stammtafel vorausgeschickt:
Löb (Juda) und Edel Oppenheim 1531 im Haus zum roten Hirsch, 1556 daneben im Hirschhorn.
- 1.Amschel zum Fisch (?) † 1573 „fromm und charaktervoll“.
- Wolf zum Schwert 1577, † 1623 „der Fromme, der Bescheidene“; seine Brüder vermutlich Emanuel und Samuel: Linie Heidelberg.
- 2.Mosche zum Schwert 1577, † 1626, Höchstbesteuerter.
- Joseph Juda (Löb) zum Schwert 1595, † 1655 als Vorsteher „der Gottesfürchtige, Weise“; vermutlich Bruder des Isai zum Schwert und des reichen Leser Oppenheim zum Trumm † 1647, teilweise auch Heidelberg genannt.
- Herz zum schw. Bär 1670, † 1690 als Vorsteher, Bruder von Beer † 1695 und Nathan (Tudrus) Oppenheim zur silbernen Kann † 1698 sehr alt und reich.
- Salomon zum schwarzen Bär † 1697 als Vorsteher, Stammvater der Oppenheim-Trumm, Otten, Oplin und Odrell.
- Amschel 1617, † 1670, als Greis.
- Joseph † 1703.
- Herz zum schw. Bär 1670, † 1690 als Vorsteher, Bruder von Beer † 1695 und Nathan (Tudrus) Oppenheim zur silbernen Kann † 1698 sehr alt und reich.
- Joseph Juda (Löb) zum Schwert 1595, † 1655 als Vorsteher „der Gottesfürchtige, Weise“; vermutlich Bruder des Isai zum Schwert und des reichen Leser Oppenheim zum Trumm † 1647, teilweise auch Heidelberg genannt.
- 3.Josef z. weißen Löwen 1577, † 1593, Höchstbesteuerter.
- Abraham Juda (Löb) zum weißen Löwen 1595, Bruder des Bekehrten Lichtenstein, † 1622.
- Samuel 1625, † 1679, als Vorsteher (im weißen Löwen).
- Joseph 1641, † 1692 und der reiche Moses zum Leuchter, † 1674: Linie A.
- Marx I. 1634, † 1680 (im weißen Löwen).
- Löb zum Krachbein, † 1692: Linie B.
- Jakob 1635, † 1681 (im weißen Löwen).
- Moses † 1705 zur weißen Gans, und Marx II. zum weißen Löwen, † 1708 als Vorsteher: Linien C. u. D.
- Moses † 1705 zur weißen Gans, und Marx II. zum weißen Löwen, † 1708 als Vorsteher: Linien C. u. D.
- Samuel 1625, † 1679, als Vorsteher (im weißen Löwen).
- Abraham Juda (Löb) zum weißen Löwen 1595, Bruder des Bekehrten Lichtenstein, † 1622.
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I. Die Linie Oppenheim gen. Heidelburg im roten Hirsch und Schwert.
Diese nochmals so berühmt gewordene Linie stammt teils von dem ältesten Sohne Amschel † 1573 und seinem Sohne Wolf zum Schwert † 1623, teils vom zweiten Sohne Mosche zum Schwert † 1626 ab. Die hierzu gehörigen Familienmitglieder führten meistens die charakteristischen Vornamen Wolf, Emanuel und Samuel und wohnten im Stammhaus zum roten Hirsch und im Schwert. Infolge der Vertreibung der Juden kehrten einige zu ihren Verwandten nach Heidelberg zurück, andere erwarben sich in Worms das Haus zur Kanne, woselbst wir 1623 Abraham und Süßkind Oppenheim finden. In der Regel gaben aber diese auswärts wohnenden Familienmitglieder ihre hiesige Stättigkeit nicht auf, kehrten oft hierher zurück und blieben mit der hiesigen Familie in engster Beziehung. So stirbt hier im Jahr 1632 ein Wolf Oppenheim zum roten Hirsch, Sohn des Emanuel (Mändle), welcher wahrscheinlich mit Wolf Oppenheim, dem Vater des im Jahr 1630 zu Heidelberg geborenen kaiserlichen Oberhoffaktors Samuel Oppenheim genannt Heidelburg identisch ist. Letzterer begann seine glänzende Laufbahn zunächst als Armeelieferant und Finanzagent seines Landesherrn, des Kurfürsten von der Pfalz, in dessen Geschäften er auf den Frankfurter Kapitalmarkt angewiesen war; sein Sohn Emanuel genannt Mändle, welcher ihn hierbei unterstützte, hielt sich in den Jahren 1677–1679 monatelang wegen Fouragegeschäften für die Armee hier auf und bediente sich dabei der Hülfe seines Schwagers Löb Deutz zur Arche. Auch die Mutter des im Jahr 1692 zu Heidelberg geborenen württembergischen geheimen Finanzrats Josef Süß Oppenheim, Michaele geb. Chasen, war eine Frankfurterin und ihr Sohn hielt sich zwecks Durchführung seiner Finanzgeschäfte oft monatelang in Frankfurt auf, woselbst er außerhalb der Judengasse eine geräumige Wohnung und einen ständigen Vertreter in der Person des Hofrats Leining hatte. Bei seinem Sturz wurden auf Ersuchen der württembergischen Regierung seine sämtlichen hier befindlichen Briefschaften und Wertobjekte beschlagnahmt und aufgezeichnet. Die kurzen Mitteilungen aus dieser einen jüdischen Familie dürften wohl die Ansicht rechtfertigen, daß Frankfurt a. M. bei der ersten glänzenden Entwicklung der Juden als der unentbehrlichen Diener der deutschen Fürsten und Staaten in der Zeit von 1650–1720 der Ausgangspunkt gewesen ist. Über die großen Militárlieferungen, welche 1677 Samuel und Emanuel Oppenheim für die kaiserliche Armee und Gumbrecht Oppenheim für den Kurfürsten von Trier zu Koblenz zusammen mit Löw Deutz zur Arche übernommen hatten, ist bereits ausführlich bei der Familie Deutz berichtet worden. Da Löw die vereinbarten Lieferungstermine nicht einhielt, sah sich sein Schwiegervater Samuel Oppenheim genötigt, anderwärts teurer zu kaufen, und machte dann einen Schadenersatz von 3845 Reichstalern geltend. Die beherrschende Rolle, welche Samuel Oppenheimer während 25 Jahren bis zu seinem plötzlichen Tode im Mai 1703 als unentbehrlicher Armeelieferant und Geldgeber des kaiserlichen Hauses in Wien gespielt hat, ist bekannt. Nach Thorsch, die österreichischen Staatsschulden, S. 91, stellen seine zu 12–20 Prozent gegebenen Darlehen
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die größten Posten unter den damaligen Schulden Oesterreichs dar. Im Jahr 1702 hatte er Millionen Gulden zu fordern, davon vom vorhergehenden Jahr, vom Jahr 1698 und Millionen aus früherer Zeit. Er ist der Fugger seiner Zeit gewesen. Da die kaiserliche Regierung ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen konnte, beging sie nach Oppenheimers Tod den Gewaltstreich, über seinen Nachlaß den Konkurs zu erklären. Die Folge war eine furchtbare Krisis an allen mit Oppenheimer in Verbindung stehenden Börsen, namentlich an der Frankfurter Börse. Fast sämtliche große jüdische Wechselfirmen, wie Isaac Goldschmidt & Söhne (siehe diese), und auch einzelne christliche Häuser, wie Christian Rhost und Mohr von Mohrenhelm erlitten schwere Verluste. Der Frankfurter Rat mußte sogar, um größeres Unheil zu verhüten, die Zahlwoche verlängern. Kurz vor dem Tode des Samuel Oppenheim hatten sich hier im Rost, dem Hause seiner Verwandten Drach, Joseph Guggenheim, welcher mit Samuels Tochter Frumet († 1713) verheiratet war und 1735 starb, und zugleich sein Enkel Wolf Guggenheim genannt Oppenheim, welcher Milche Schiff, eine Tochter des Überle Schiff, heiratete und am 3. März 1744 starb, hier niedergelassen. Beide lebten hier als reiche Wechsler. Auch der Unterrabbiner Elias Beer Mendle Oppenheim, welcher 1718 mit Sorle Drach, einer Tochter des Beer Drach zum Rost, verheiratet war und 1746 starb, scheint einer seiner Enkel gewesen zu sein. Trotz aller Bemühungen habe ich nicht völlige Klarheit schaffen können. Ich möchte jedoch nicht versäumen, hier noch einzelne Resultate zur Erleichterung bei weiteren Forschungen mitzuteilen:
- Eine Schwester des Oberhoffaktors Samuel war mit Beer Oppenheim verheiratet, welcher wohl mit dem im Jahr 1695 dahier verstorbenen Beer, Sohn des Löb zum Schwert, identisch ist und einen Sohn Löb Oppenheim, Rabbiner zu Pfersee, hinterließ.
- Vermutlich ein Bruder des Beer, also ein weiterer Sohn des Löb zum Schwert war Nathan oder Tudrus Oppenheimer der Ältere zur silbernen Kanne 1630, 1660 Höchstbesteuerter, † erst 1698, welcher mehrere Söhne hatte, darunter den kurtrierischen Armeelieferanten Gumbrecht Oppenheim zu Koblenz 1677, Elias Oppenheim zur silbernen Kanne, Eidam des Abraham Drach, † 1684, und Moses genannt Wallerstein 1692.
- Nathan Oppenheimer der Jüngere, 1680 zur silbernen Kanne, war mit Frumet Brilin (Berlin und Brüll) 1659–1715, einer Tochter des Rabbiners Isaak Brilin zu Mannheim, verheiratet, welche nach dem frühen Tode ihres Mannes in zweiter Ehe den großen Finanzmann und Gelehrten Samson Wertheimber zu Wien heiratete. Der einzige Sohn aus erster Ehe, Isaak Nathan Oppenheimer, wohnte nach ihrem Tode mit seinem Stiefvater zu Wien im Greinerschen Haus auf dem alten Buttermarkt, heiratete eine Tochter des reichen Armeelieferanten Lazar Pösing und starb am 14. Oktober 1739 unter Hinterlassung eines Sohnes Hirsch Oppenheim, welcher Landrabbiner zu Hildesheim und Peine wurde.
- Ein naher Verwandter, vielleicht Bruder des Nathan zur silbernen Kanne, ist der reiche und hochangesehene Rabbi David Oppenheim zu Prag gewesen, welcher
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wohl mit dem in der Zeit von 1690—1700 hier lebenden reichen David Oppen- heimer zur silbernen Kanne identisch ist, eine Tochter des wiederholt erwähnten hannöverschen Oberhoffaktors Liepmann Behrens (Cohen) heiratete und im Jahr 1736 unter Hinterlassung folgender vier Kinder starb: a) Joseph Oppenheim, welcher 1707 Tolza Wertheimber, Tochter des kaiser- lichen Oberhoffaktors Samson Wertheimber heiratete, 1721 kaiserlicher Faktor in Hannover war und 1739 starb. b) Eine Tochter, verheiratet mit Phöbus Selig Cohen zu Hannover, vermutlich einem mütterlichen Verwandten. c) Eine zweite Tochter, verheiratet mit dem Rabbiner Michael Aron Oppen- heim zu Friedberg und Offenbach. d) Eine dritte Tochter Sara, verheiratet mit dem Rabbi Heium Jona Teomin Fränkel zu Breslau. 5) Samuel Oppenheim genannt Heidelburg, Sohn des Wolf, geb. 1630 zu Heidelberg, kaiserlicher Oberhoffaktor und Finanzagent, † im Mai 1703 zu Wien. Kinder: 1) Eine Tochter, verheiratet mit Löb Deutz zur Arche dahier † 1711. 2) Emanuel genannt Mändle, 1677 vorübergehend hier, ebenfalls kaiser- licher Oberhoffaktor zu Wien. Kinder: a) Elias, vermutlich identisch mit dem hiesigen Unter- rabbiner Elias Beer Mendle Oppenheim im Rost, 1717 verheiratet mit Sorle Drach, Tochter des Beer Drach zum Rost, † 1746. b) Samuel Oppenheim, Näheres unbekannt. c) Lea, heiratete den kaiserlichen Hoffaktor Wolf Wert- heimber zu Wien, Sohn des Samson, † 1765; ihre Mitgift soll 90000 Gulden betragen haben. d) Wolf Oppenheim genannt Guggenheim, angeblich Enkel des Samuel, seit 1702 hier im Rost, heiratete Milche Schiff († 1736) und in zweiter Ehe Esther Schiff, Töchter des Uberle, † 3. März 1744. 3) Wolf Oppenheimer, kaiserlicher Oberhoffaktor, vor 1711 nach Hannover, woselbst er eine Enkelin des Oberhoffaktors Liepmann Behrens (Cohen) heiratete. Sohn: Jakob Oppenheimer, Bankier zu Hannover, heiratete Edel Oppenheimer, Tochter des Isaac Nathan Oppenheimer zu Wien.
Damals wie heute sind die Geldfürsten bestrebt gewesen, möglichst nur unter einander zu heiraten, sodaß dieselben Namen Oppenheimer, Wertheimber, Behrens, Fränkel, Emmerich, Gomperz, Drach, Schiff und Kann immer wiederkehren. Leider weisen obige genealogische Mitteilungen noch erhebliche Lücken auf.
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Häuser: 1) Roter Hirsch 1531 bis nach 1800. 2) Schwert 1575—1699. 3) Blume 1610—1750. 4) Silberne Kanne 1630—1707. 5) Rost 1702—1747.
II. Oppenheim-Heidelberg im schwarzen Bären, genannt „von Halle“ und später Oppenheimer-Trumm, Otten, Odrell und Oplin.
Dieser Unterast der Linie Heidelberg stammt von dem Vorsteher Herz zum schwarzen Bären 1670, † 1697, ab, einem Sohne des Vorstehers Löb zum Schwert † 1655 und Neffen des reichen Leser Oppenheim zum Trumm † 1647. Nach einer anderen Nachricht hat es allerdings den Anschein, als ob Herz ein Sohn des Letzteren und Bruder des ebenfalls reichen Salomon zum Trumm 1660 gewesen sei. Ein Sohn des Herz war der seit 1670 als Höchstbesteuerter erwähnte Vorsteher Salomon Oppenheim zum schwarzen Bär, 1694 als Rentner bezeichnet, † 1697. Söhne: I. Aaron Salomon zum weißen Bär, verheiratet mit Miriam Emrich, 1710, † 1746; seine drei Söhne starben ledig. II. Lazarus Salomon genannt „von Halle“, Wechsler zum schwarzen Bär, verheiratet mit Rebecca Rüsselsheim, 1717 Höchstbesteuerter, † 1739. Söhne: 1) Salomon Lazarus zur Blume, verheiratet mit Rechle Lechnich, † 1750; sein Sohn Moses Salomon zur Hündin 1778, † 1805, nannte sich Oppenheim-Trumm; Sohn: Salomon † 1828. 2) Isaak Lazarus Oppenheim-Trumm zur grünen Traube, verheiratet mit Bela Geiger, † 1760. Söhne: a) Isaac Isaac Oppenheimer-Trumm zur grünen Traube 1785. b) Abraham Isaac Oppenheimer-Trumm zur grünen Traube, Kurzwarenhändler 1759—1827; seine Söhne: Isaak Abraham 1784—1854 und Jakob † 1861; der Sohn des Isaak nannte sich seit 1849 Ludwig Oplin. 3) Löb Lazarus zur grünen Traube † 1772. Sohn: Lazarus Löb, 1767—1851. 4) Moses Lazarus † 1779. III. Herz Salomon Oppenheim genannt von Halle zum schwarzen Bär, verheiratet mit Bela Oppenheim 1694, † 1750. Söhne: 1) Beer Herz zum weißen Bär 1720, später zum schwarzen Ring, † 1755 und sein Sohn Elkan Beer zum weißen Bär 1742, † 1778. 2) Löb Herz im weißen Bär 1739, † 1783.
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Söhne: a) Herz Löb, 1771 Bankier im weißen Bär, † 1789; der Sohn Leopold Heinrich, 1784—1829, nannte sich seit 14. Juli 1816 Otten. b) Abraham Löb im weißen Bär, 1759—1845, heiratete 1779 Malche Elias; sein einziger Sohn der Bankier Isaak Abraham Oppenheimer 1784—1865, seit 1803 verheiratet mit Rahel Cohen aus Hannover; dessen Sohn, der Dr. jur. Leopold Oppenheim, nannte sich seit etwa 1840 Odrell.
Häuser: 1) Schwert 1575—1681. 2) Trumm 1630—1680. 3) Schwarzer Bär 1670—1760. 4) Weißer Bär 1710—1868. 5) Grüne Traube 1739—1864.
Firmen:
- Isaac Isaac Oppenheimer-Trumm zur grünen Traube, später hinter den Predigern im Kloster, in kurzen Waren, errichtet etwa 1785, 1814 erloschen.
- Abraham Isaac Oppenheimer-Trumm zur grünen Traube, später im Arnsburger Hof A 52, in kurzen Waren, errichtet 1783, später im Dominikanerkloster, seit Februar 1849 von dem Sohne Lazarus Isaak unter dem veränderten Namen Ludwig Oplin, Rechneigrabenstraße 12, in Merceriewaren fortgesetzt, noch 1866.
- Gebrüder Herz & Abraham Löb Oppenheimer im weißen Bär, errichtet um 1775, in Wechselgeschäften, später Isaac Abraham Oppenheimer sen., Friedbergergasse in den zwei Schweizern, seit 1814 auf der Schäfergasse im roten Ochsen, später sächsischer Hof genannt, noch 1857.
III. Oppenheim-Heidelberg im roten Hirsch.
Dieser Zweig stammt von Wolf Oppenheim aus Heidelberg ab, welcher im Juli 1670 mit Aarons Tochter aus Mainz hier aufgenommen worden ist und das älteste Oppenheimersche Haus zum roten Hirsch bewohnt hat. In zweiter Ehe war er mit Zipper Reis, einer Tochter des Elias Reis, verheiratet und betrieb zusammen mit seinen Schwägern Süßkind und Isaak einen Juwelenhandel. Auch seine Nachkommen sind zum Teil bis in die neueste Zeit Juwelenhändler gewesen. Wolf hinterließ zwei Söhne, Isaak † 1720 und Lazarus Wolf Heidelberg im roten Hirsch 1691, † 1735, von welchen letzterer die Familie durch seine beiden Söhne Emanuel (Mendle) Lazarus zum goldnen Hasen 1736, † 1750 und Seligmann (Selkele) Lazarus im roten Hirsch 1713, † 1761, fortsetzte. A) Des Emanuel Sohn war Wolf Emanuel Heidelberg † 1786 und dessen Söhne die Gebrüder Emanuel Wolf 1752—1836 und Ruben Wolf Oppenheimer 1754—1837, beide im Vogelgesang, welche im März 1791 geschäftliche An-
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gelegenheiten des kurkölnischen Hofes zu erledigen hatten. Ein dritter Sohn war Lazarus Wolf Oppenheimer 1765–1826, dessen fünf Söhne, Wolf, Emanuel, Baruch, Ruben und Josef sämtlich in den Jahren 1829–1854 ledig starben. B) Selkele Lazarus Oppenheimer im roten Hirsch, zuletzt in der goldnen Krone, hinterließ vier Söhne, Michel Selkele im weißen Löwen † 1752, Joseph Selkele zur goldnen Krone † 1765, Mayer Selkele zur Hellebarte † 1769 und Wolf Selkele, noch 1789 im roten Hirsch. I. Ein Sohn des Michel war der Juwelier Moses Michel Oppenheimer 1744, † 1802. Söhne: 1) Marcus Moses Michael, 1744–1820, reicher Juwelier, heiratete 1780 Täubge Goldschmidt und 1797 Mate Goldschmidt. Söhne: a) Seligmann Marx 1783–1860, heiratete 1807 Jetta Emden; Sohn: Michael Oppenheimer, heiratete 1844 Karoline Speyer. b) Herz Marcus 1785–1835, Juwelier, heiratete 1812 Helene Oppenheimer; Söhne: Moses Michel, Juwelier, heiratete 1843, † 1878, Marcus † 1856 in Paris, Joseph, Juwelier, † 1898 zu Paris, und Bernhard Oppenheimer-Prins, heiratete 1854, † 1890. c) Nathan Marcus 1810–1891, heiratete 1840. 2) Joseph Moses Michael 1756–1820, reicher Juwelier, heiratete 1787 Henriette Rindskopf. Söhne: a) Seligmann Joseph, heiratete 1816 Folkie Dresden von Amsterdam; Söhne: Edmund und Moritz Oppenheimer-Rhodé. b) Beer Joseph, 1788–1811, heiratete 1808 Agathe Speyer. II. Joseph Selkele Oppenheimer zur goldnen Krone hinterließ vier Söhne: 1) Lazarus Joseph in der goldnen Krone † 1785; sein Sohn: Isaak Lazarus, Bijoutier 1797, † 1809. Söhne: Joseph 1834 und Noé 1838. 2) Isaac Joseph in der goldnen Krone, 1776 Juwelier. 3) Marx Joseph, in der goldnen Krone 1765–1812, heiratete 1788 Rösge Dilsheim; Söhne: Joseph 1788–1862, Mayer 1797–1859 und Samuel 1797–1859. 4) Dr. med. Selkele (Seligmann) Joseph Oppenheim, 1767–1817, großh. Oberschul- und Studien- sowie Departementsrat. Häuser: 1) Roter Hirsch 1670 bis gegen 1800. 2) Vogelgesang 1750–1796. 3) Goldene Krone 1750 bis nach 1800.
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Firmen:
- Wolf Oppenheim-Heidelberg im roten Hirsch, in Juwelen und Wechseln, errichtet 1670, seit 1717 dessen Söhne Lazarus und Isaac Wolf Oppenheim-Heidelberg daselbst.
- Emanuel & Ruben Oppenheimer (Heidelberg) zum Vogelgesang, errichtet 18. April 1791, 1841 Ruben Wolf Oppenheimer Söhne, Allerheiligenstraße B 78 (Nr. 26).
- Lazarus & Isaac Oppenheimer zur goldnen Krone, Juwelenhandlung, errichtet 20. März 1782, nach dem Tode des Lazarus 1785 nur noch Isaac Joseph Oppenheimer in der goldnen Krone gegenüber der eisernen Tür, erloschen 1815.
- Marcus Oppenheimer, Töngesgasse H 163 (Nr. 6), in Juwelen, Perlen, Bijouterien, Uhren, errichtet 1780, seit 1822 H(erz) Marcus Oppenheimer & Kirchberg, Schnurgasse L 35 (Nr. 3), später Zeil 31, 1879 erloschen; in Paris rue Lepeletier 7 seit 60 Jahren les fils de H. Marcus Oppenheimer.
- Marx Joseph Oppenheim in Tuch, Kasimir und Wollenwaren, errichtet 1788, nach 1812 Marx Joseph Oppenheim seel. Wittib, Fahrgasse H 43 (Nr. 73), gegenüber dem König von England, seit 1828 Samuel Marx Oppenheim.
- Joseph Oppenheimer, Fahrgasse 126, in Juwelen und Bijouterie, errichtet 1. Juli 1798, seit Dezember 1820 vom Sohne Seligmann Joseph Oppenheimer fortgeführt.
- Seligmann Marcus Oppenheimer & Comp. in der Fahrgasse im Schiff, in niederländischen und sächsischen wollenen Tüchern nebst englischen Manufakturwaren, errichtet 14. November 1808, 1821 erloschen.
- Oppenheimer & Halle, in Manufakturwaren, errichtet November 1815, seit Juli 1819 Abraham Heyum Halle.
- Nathan Marcus Oppenheim, Zeil 70, in Juwelen und Perlen, 1832, seit 1891 Nathan Marcus Oppenheim Nachfolger, Kaiserstraße, Juwelen en gros.
- Joseph I(saak) Oppenheim, Fahrgasse H 46 (Nr. 67), in Manufakturwaren, Kommission und Spedition, später Schnurgasse 12, errichtet 1834.
- Noé Oppenheim, Schnurgasse 16, in Manufakturwaren, Kommission und Spedition, errichtet Januar 1838, noch 1857.
- Simon L(azarus) Oppenheimer, Allerheiligenstraße B 173 (Nr. 52), in Quincailleriewaren en gros & en détail, errichtet 1. Januar 1836.
- Michael Oppenheimer, Zeil 47, später auf dem Roßmarkt, in Staatspapieren, Geldverwechslung, Hypotheken, Kommission und Spedition, errichtet 1834, noch heute.
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IV. Die Nachkommen des Joseph Oppenheimer im weißen Löwen † 1593.
Die vier übrigen Zweige der Familie Oppenheimer stammen alle von dem im Jahr 1593 verstorbenen Seidenhändler Joseph Oppenheim zum weißen Löwen und seinem im Jahr 1622 verstorbenen Sohne Abraham Löb Oppenheim zum weißen Löwen ab. Dieser hinterließ vier Söhne, Amschel † 1670, Samuel † 1679, Marx † 1680 und Jakob † 1681, welche sämtlich im Stammhaus zum weißen Löwen wohnten und die Stammväter der folgenden vier Zweige geworden sind.
A) Die Oppenheimer im silbernen Leuchter als Nachkommen des Vorstehers Samuel Oppenheimer 1625, † 1679. Dieser hinterließ zwei Söhne, den im Jahr 1674 jung verstorbenen reichen Moses Oppenheimer zum Leuchter und Joseph Oppenheimer, 1641 im weißen Löwen, † 1692. Letzterer hinterließ drei Söhne, Gumpel Josef † 1726, Moses Josef † 1734 und Simon Josef Oppenheim zum Steeg 1708, † 1728; dessen Enkel war Joseph Samuel, welcher 1789 hochbetagt unter Hinterlassung folgender drei Söhne starb:
- Isaak Josef 1745—1827.
- Simon Josef zum silbernen Leuchter 1751—1820 und sein Sohn, der Altkleiderhändler Isaak Simon Oppenheim zum weißen Roß † 1856.
- Jakob Josef 1763—1825. Häuser: 1) Weißer Löwe 1625—1692.
- Silberner Leuchter 1650 bis nach 1800.
- Steeg 1708—1740.
- Weißes Roß 1780—1865.
B) Die Oppenheimer im Krachbein als Nachkommen des Marx Oppenheimer I. 1634, † 1680.
Sohn: Löb Oppenheim, 1670 im Krachbein und Reifenberg, † 1692. Sohn: Samuel Löb im Krachbein und Reifenberg † 1736. Söhne: 1) Löb Samuel † 1737; dessen Sohn war Meier Löb Oppenheim zum Krachbein und Reifenberg, Wechselmakler, verheiratet mit Frumet Wertheimer aus Wien, † 1808; Sohn: Samuel Mayer 1759—1839. 2) Marx Samuel † 1755. Häuser: 1) Weißer Löwe 1634—1680. 2) Krachbein und Reifenberg 1670—1808.
C) Die Oppenheimer in der weißen Gans als Nachkommen des Jakob zum weißen Löwen 1635, † 1681 und seines Sohnes Moses zur weißen Gans, verheiratet mit Michle Schuster, † 1705.
Söhne: 1) Meier Moses 1710, † 1753. Söhne: Amschel Meier † 1778 und Abraham Meier † 1792. 2) Jakob Moses zur weißen Gans 1707, † 1762.
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Söhne:
a) Aaron Jakob zur Gans, † 1795. Sohn: Elkan Aron (1751–1839), heiratete 1784 Jitche Schnapper. Seine Söhne waren Salomon Elkan (1831) und Aron Elkan (1831).
b) Joseph Jakob zur Büchse, † 1773.
c) Jantoff Jakob Oppenheim, verheiratet mit Sara Schloß (1756; † 1787). Söhne: α) Aron Jantoff zum goldnen Pfau (1757–1828), heiratete 1782 Golde Wohl und 1794 Sara Schuster. Sechs Söhne: Jantoff Aron († 1844), Moses Aron (1833), Jakob Aron (1825), Amschel (1831), Löb Aron (1834) und Lase († 1869). β) Moses Jantoff (1758–1826), heiratete 1784 Esther Schames. Söhne: Amschel Moses, Aron (Anton; 1826), Samuel (Sebastian), Marx Moses († 1870) und Josef († 1884).
γ) Lasse Jantoff zur wilden Ente, heiratete 1789 Breinche Hecht. Söhne: Jantoff Lasse (1817; † 1834), Israel Lasse (1825), Mayer Lasse († 1865) und Moses Lasse (1826; 1840 in Brüssel).
Häuser:
- Weißer Löwe (1635–1681).
- Weiße Gans (1671–1795).
- Büchse (1750 bis gegen 1800).
- Wilde Ente (1789–1846).
- Goldener Pfau (1782–1844).
Firmen:
- Moses Jantoff Oppenheimer auf der Schäfergasse gegenüber dem Schiff, später auf dem Wollgraben, mit Hasenbälgen, Rauchwaren, Schaafwolle und federposen, errichtet 1784, noch heute.
- J(antoff) L(ase) Oppenheim, Wollgraben A 12 r (Nr. 5), Häutehandlung, errichtet 1817, seit 1834 J. L. Oppenheimer Wittib.
- Mosse Lasse Oppenheim, Wollgraben A 12 (Nr. 5), in Rauchwaren, Landesprodukten, Kommission und Spedition, errichtet 15. April 1826, 1840 nach Brüssel.
- Aron Oppenheim, in Manufakturwaren und edlen Hölzern, eingetragen Juni 1826.
- Salomon Elkan Oppenheim, in Eisenwaren und Metallen, errichtet 14. Januar 1829, seit 1831 Gebrüder Oppenheim, Fahrgasse Nr. 48, nach 1850 wieder getrennt in S(alomon) E(lkan) Oppenheim, Fahrgasse 48, in Eisenwaren und A(ron) E(lkan) Oppenheim, Judenmauer 2.
- Marx Moses Oppenheim, Wollgraben A 12 (Nr. 5), in Manufakturwaren, errichtet 14. August 1826, noch 1866.
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- Samuel Moses Oppenheim, in Landesprodukten und Rauchwaren, errichtet Dezember 1826.
- Aron Moses Oppenheim, Wollgraben A 12 (Nr. 5), in Manufakturwaren, seit 1835, 1840 nach Brüssel.
- Jakob Aron Oppenheim, Wollgraben A 12 (Nr. 5), in Wechselgeschäften, errichtet 1835, noch 1866.
- Israel Lase Oppenheim, Fahrgasse 103, in allen Sorten Papier und Schreibmaterialien, errichtet 9. Oktober 1844, noch 1866.
D) Die Oppenheimer im weißen Löwen und weißen Hirsch als Nachkommen des Vorstehers Marx Oppenheim des Jüngeren im weißen Löwen † 1708, eines zweiten Sohnes des Jakob. Söhne: 1) Jakob Marx im weißen Löwen, 1682 verheiratet mit Relche Sichel, † 1741. 2) Süßkind Marx im weißen Löwen, 1699 verheiratet mit Gutle Haas, † 1749. Der Sohn, Marx Süßkind, im Eichhorn. 3) Aaron Marx, 1709 verheiratet mit Jitle Kannstadt aus Mainz, † 1760. 4) Salomon Marx im Schlüssel, 1713 verheiratet mit Sarchen Etingen, † 1747. 5) Wolf Marx, 1709 im weißen Löwen. Söhne: a) Moses Wolf 1718; Sohn: Wolf Moses 1740–1836. b) Kallmann Wolf im Springbrunnen, † 1764. c) Marx Wolf im weißen Hirsch 1735, † 1780. Söhne: $\alpha$) Jakob Marx 1738–1825, heiratete 1767 Hendle Levy. $\beta$) David Marx 1764; Söhne: Lemle David 1765–1821 und Marx David 1789–1843. $\gamma$) Löb Marx 1777. $\delta$) Kallmann Marx † 1795. $\epsilon$) Wolf Marx † 1800. $\zeta$) Isaac Marx, heiratete 1801 Amalie Bauer, † 1808. $\eta$) Nathan Marx 1760–1824, heiratete 1791 Reichle Schwarzschild. $\theta$) Süßkind Marx Oppenheimer 1752–1831, heiratete 1780 Jette Schloß; seine Söhne: Marx Süßkind 1783–1850, heiratete 1801 Helene Goldschmidt, Philipp Süßkind 1784 bis 1866, heiratete 1808 Bella Wetterhahn, Isaak Süßkind 1786–1853, heiratete 1813 Adelheid Getz, und Jakob Süßkind 1790–1864.
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Häuser: 1) Weißer Löwe 1635—1760. 2) Schlüssel 1713—1780. 3) Weißer Hirsch 1735 bis nach 1800.
Firmen:
- Oppenheimer & Schloß, errichtet 29. Dezember 1790 von Süßkind Marx Oppenheimer und Feist Schloß, in Kattun, Musselin und Strümpfen, 1809 in der Fahrgasse im Johanniterhof, 1866 Schnurgasse 1.
- Philipp Oppenheimer in der Fahrgasse neben dem Johanniterhof, in Seiden-, Leinen- und Bandwaren, seit 1822 erwähnt, später Philipp Oppenheimer Söhne, noch 1866. (Inhaber: Julius Philipp und Jakob Oppenheimer.)
- Ph(ilipp) M(arr) Oppenheim, Rechneistraße A 60 (Nr. 8), dann Schnurgasse 56, in Manufakturwaren en gros & en détail, Kommission und Spedition, errichtet 24. September 1835, noch 1866.
436. Oppenheim III., aufgenommen am 2. Dezember 1812 mit Simon Daniel Oppenheim aus Hanau 1786—1860, welcher sich in diesem Jahr zu Hannover mit Henriette Gumpel aus Hamburg, Tochter des Lazarus Gumpel, verheiratet hatte und zwei Söhne hinterließ, August und Heinrich Bernhard, Dr. jur. in Berlin, † 1880. Nach einer Reihe von Jahren ließ sich auch sein jüngerer Bruder Hirsch Daniel Oppenheim bei seiner Verheiratung mit Frumet Horwitz hier nieder. Firmen:
- Simon Daniel Oppenheim auf der Zeil H 8 (Nr. 11) gegenüber dem römischen Kaiser, in Kommission und Spedition, errichtet Dezember 1812, später in Juwelen und Perlen, 1857 königlich preußischer Hofjuwelier in Berlin.
- Hirsch Daniel Oppenheim auf der Zeil D 205 (Nr. 45), in Juwelen und Goldwaren, Kommission und Spedition, seit 1832, 1866 große Gallusstraße 10.
Orschel, siehe Urschel.
- Oschtem, Uschtum und Ostheim, auch Wetzlar, eine seit etwa 1530 hier ansässige Levitenfamilie, benannt nach einer der zwei oberhessischen Ortschaften dieses Namens. Sie scheint der Zweig einer größeren, später anders benannten Familie zu sein, etwa der Levitenfamilie Gelhäuser zur Lilie oder, was ich für das Wahrscheinlichste halte, Goldschmidt genannt Honig. So weisen die Grabsteine von Josef Ostheim † 1556 und Sara auf Josef und Sara Goldschmidt zum Einhorn, der Grabstein des 1597 verstorbenen Elias Oschtem auf Elias Goldschmidt zum Elefanten hin. Alsdann wäre auch die Herkunft der Familie Goldschmidt festgestellt. Aus den Sterbedaten läßt sich folgender Stammbaum zusammenstellen: Isaak Oschtem, etwa identisch mit Isaak Goldschmidt zum Schwan 1521 oder mit Isaak von Nauheim (Epstein) zum Wolf 1533.
